1. Was ist Weaning?

Unter Weaning versteht man die schrittweise Übertragung der Atemarbeit vom Respirator auf den Patienten. Der Begriff findet vor allem in der Intensivmedizin Verwendung. Weaning findet häufig nach Operationen oder Lungen bzw. Atemwegserkrankungen und deren Behandlung, statt.

2. Wie lange dauert das Weaning?

Weaning

Es ist nicht möglich die Dauer des Weaningprozesses zu pauschalisieren. Die Länge und Intensität der Phase hängt mit vielen Faktoren zusammen, welche auch häufig nicht beeinflusst werden können. Der wichtigste Faktor ist die Dauer der bereits bestehenden Atemunterstützung. Bei Operationen, bei welchen nur für wenige Stunden maschinell beatmet wird, benötigt man in der Regel kein Weaning, da die Spontanatmung für gewöhnlich ohne Komplikationen wieder einsetzt. Bei längeren Beatmungen (zum Beispiel bei Lungenerkrankungen) schrumpft die Atemmuskulatur, welche durch das Weaning wieder gestärkt wird bis eine selbstständige Atmung möglich ist. Diese wird dann kontrolliert, Schritt für Schritt eingeleitet und beobachtet.
Der Beginn und das Ende beim Weaning lassen sich wie folgt definieren:
Beginn: Mit Beginn der ersten Maßnahmen zur Intensitätsminderung der Atemhilfe.
Ende: Der Patient atmet spontan ohne Respirator (maschinelle Atemunterstützung) und zeigt keine Anzeichen von respiratorischer Erschöpfung.

3. Wie hoch sind die Erfolgsaussichten?

Die Erfolgsaussichten des Weanings mit Hilfe unseres Intensivpflegeteams sind gut. Allerdings ist zu beachten, dass jeder Patient anders reagiert und die verschiedenen Phasen unterschiedlich lang sind. Der Erfolg ist zu großen Teilen abhängig von der Grunderkrankung, sowie von der Dauer und Intensität der bestehenden, maschinellen Beatmung.

4. Was sind die wichtigsten Faktoren beim Weaning?

  • Kompetenzen und Erfahrungen des Pflegeteams
  • Modernste Technologien
  • Verfassung des Patienten
  • Dehnbarkeit
  • Widerstand
  • Peep
  • Sauerstoffverbrauch
  • Kohlendioxidproduktion
  • Grad der Analgosedierung
  • Schmerz, Stress, Angst
  • Atemantrieb und Leistungsfähigkeit der Atemmuskulatur
  • Und vieles mehr
  • Grunderkrankung
  • Komplikationen
  • Dauer & Intensität der maschinellen Beatmungshilfe
  • Eine strategische Entwöhnung (Weaning) ist in der Regel erst nach einer maschinellen Beatmungsdauer von mehr als 48 Stunden notwendig

5. Was sind die Kosten und wer trägt Sie?

Weaning ist eine Leistung aus der Intensivmedizin bzw. der Intensivpflege. Die Kosten für den ambulanten Intensivpflegedienst und die benötigten Hilfsmittel übernimmt dabei die Krankenversicherung und es handelt sich um keine Leistung der Pflegekasse, weshalb auch die Einteilung in einen Pflegegrad hierbei keine Rolle spielt.

6. Welche Weaningmethoden gibt es?

  1. Kontinuierliches Weaning
    1. Die Respiratorunterstützung wird zum Training für den Patienten reduziert um die Atemmuskulatur Schritt für Schritt wieder aufzubauen.
    2. Dies kann wenige Stunden bis zu mehreren Wochen dauern.
    3. Der Patient wird fortlaufend auf eine Überanstrengung kontrolliert und somit wird der Grad der Atemunterstützung teilweise mehrfach täglich angepasst.
  2. Diskontinuierliches Weaning
    1. Die Beatmung mit dem Respirator wird bei jedem Patienten grundsätzlich kontrolliert.
    2. Die Spontanatmung sollte nur sporadisch stattfinden.
    3. Die Spontanatmung ohne Unterstützung wird durch einen Plan gesteuert.
    4. Zu Beginn sind die Spontanatmungsphasen meist nur wenige Minuten und die Atmung des Patienten nach dieser Phase wird wieder komplett entlastet.
    5. Ziel ist es die Phasen der Spontanatmung sukzessive zu erhöhen bis der Patient komplett vom Respirator getrennt werden kann
  3. Pro – und Contra
Kontinuierliches Weaning Diskontinuierliches Weaning
unkomplizierte Patienten (+) bei chronisch erschöpfter Atempumpe (+)
postoperativ (+) Patient nimmt Forschritt besser wahr (+)
nur Respiratoranpassungen (+) gut für die Moral (+)
fließender Übergang (+) klare Struktur (+)
kein apprupter Wechsel der Ventilatoren (+) COPD (+)
keine Rückwirkung auf Hämodynamik (+) neuromuskuläre Erkrankungen (+)
Gute Einschätzung der leistungsfähigkeit des Patienten (+) Leichter für Personal, Schicht wechsel (+)
bei unkomplizierten Patienten spart die Methode viel Zeit (+) Gute Einschätzung der leistungsfähigkeit des Patienten (+)
ständiges Anpassen des Respirators (-) Erholungsphasen (+)
unbeabsichtigte Hyüerventilation (-) Apprupte Änderung beim Wechsel (-)
Patienten wehren sich teilweise gegen den Respirator (-) akute Änderungen der Druckverhältnisse (-)
hoher psychischer Stressfaktor (-)

7. Wie kann man dem Patienten helfen (psychisch)?

  • Unnötige Stressoren vermeiden
  • Schmerztherapie
  • Kommunikationsmöglichkeiten schaffen
  • Informieren über den derzeitigen Zustand
  • Auf Schlaf – Wach Rhythmus achten
  • Guten und regelmäßiger Kontakt mit den Angehörigen
  • Orientierungshilfen, Bezugspersonen
  • Basale Stimulation

8. Risiken des Weaning

  • ICUAW – erworbene Muskelschwäche des kritisch Kranken
  • CIP – Critical – Illness-Polyneuropathie
  • Überforderung des Patienten

9. Anzeichen für eine Überforderung des Patienten

außerklinisches Weaning

  • Unruhe, Angst, Abwehrhaltung
  • Sichtbare Aktivität der Atemhilfsmuskulatur
  • Einziehen des Abdomens
  • Hoher Puls und Blutdruck
  • Schwitzen

10. To do´s bei einer Überforderung des Patienten

  • Beruhigen, Angst nehmen
  • Ursachenforschung
  • Atemerleichterung
  • Atemzugvolumen prüfen
  • Hat der Patient Schmerzen? Liegt eine Spastik vor?
  • Atemfrequenz erhöhen
  • Absaugen

11. Weaningprotokoll

  • Unsere standardisierten Protokolle organisieren, objektivieren und verkürzen den Weaningprozess
  • Tägliche Durchführung von Tests der Spontanatmungsfähigkeit
  • Dient auch der Ermittlung des frühestmöglichen Extubationszeitpunktes
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